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Report: Vorsicht vor ungewollten Verträgen und fiesen AGB
Die Abo-Falle

Artikel aus Internet Professionell Ausgabe 3/2006
Author: Oliver Jendro

Nepper, Schlepper, Bauernfänger: Im Internet tummeln sich
dubiose Anbieter, die mit Schnupperangeboten den Kunden das Geld aus der Tasche ziehen.

Die Masche

Thomas H. staunte nicht schlecht, als er in seinem Briefkasten einen Brief des Inkasso-Unternehmens Media-Finanz fand. 127 Euro sollte er zahlen, da er angeblich ein Jahresabo des Usenet-Providers Centurionet.de abgeschlossen hatte. Allerdings hatte Thomas H. an einem Jahresabo überhaupt kein Interesse ? er hatte nur das 1-Euro-Schnupperangebot des Usenet-Providers ausprobiert und fristgerecht per Webformular auf der Webseite des Anbieters gekündigt. Doch die Kündigung war angeblich nie angekommen. Und so hat er laut Centurionet automatisch ein Jahresabo abgeschlossen.

Kündigung im Daten-Nirwana

Thomas H. ist kein Einzelfall. Seit Monaten mehren sich die Klagen über das Geschäftsgebaren von Usenet-Providern wie Usenext.de, Centurionet.de und Firstload.de. Auf Nachfragen bei den Providern, ob und warum
Kündigungen per Mail ignoriert werden, bekam PC Professionell die lapidare Antwort: Die Kündigungs-
Mails landeten vermutlich im Spamfilter. Wir berichteten
in der Ausgabe 1/06.
Doch der »Datenverlust« geht munter weiter ? so schildern es die unfreiwilligen Kunden in Verbraucherschutzforen und Leserbriefen.

Verbraucherschutz schlägt Alarm
Für Verbraucherschützer sind solche Geschäftsmethoden kein Einzelfall, sondern ein System - die Abo-Falle. Die tatsächliche Opferzahl lässt sich schwer einschätzen. Viele Kunden zahlen, eingeschüchtert durch Mahnungen und Inkasso-Briefe. Doch betrachtet man die Nachfragen in den Beratungsstellen und den Beschwerden in einschlägigen Foren, so Ralf Reichertz von der Verbraucherzentrale Thüringen, dürfte die Zahl nicht gerade gering sein. Das Erfolgsrezept der Abo-Falle ist altbekannt, funktioniert aber immer wieder: Mit angeblichen Gratis- oder 1-Euro-Angeboten für einen begrenzten Zeitraum gehen die Anbieter auf Kundenfang. Die Versprechungen ähneln sich, unabhängig vom Produkt: Mal gibt es 100 SMS gratis, mal erhält der Anwender 4 Wochen für 1 Euro Zugang zu Usenet-Servern, mal 2 Wochen kostenlos Proben zugesandt. Der Interessent muss nur seine persönlichen Daten und die Bankverbindung auf der Webseite hinterlassen.



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Kapitel:
Die Masche | Das Kleingedruckte | Der hohe Druck | Der Schutz der Anbieter

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