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Report: Offene Software im Unternehmen
Open Source erobert die Business-Welt

Artikel aus Internet Professionell Ausgabe 3/2007
Author: Manfred Kohlen

Bisher hielten sich Firmen beim Thema Open Source eher zurück. Das ändert sichderzeit rasant. Admins und Chefs sind fasziniert von den neuen Chancen.

Kosteneinsparungen mit Open-Source

Unternehmen sparen unter Umständen eine Menge Geld, wenn sie auf offene Software umsteigen. Diesen Trend belegt eine EU-Studie über die Chancen von Open-Source-Applikationen: Geschäftsleute öffnen sich den freien Alternativen. Die Untersuchung der EU-Kommission in sechs Mitgliedsstaaten ergab sogar, dass die Umstellung von proprietärer zu offener Software in nahezu allen Fällen zu langfristigen Kosteneinsparungen führt. Vor allem kleinere Unternehmen profitieren von der freien Software.

Besser als Kommerziell

Dabei sind Standard-Anwendungen wie Open Office und Firefox nur der Anfang. Auch bei Anwendungen wie Web-Content-Management oder Datenbanken haben Open-Source-Programme die Konkurrenten mit nicht quelloffenem Code bereits überholt.

Auch die Analysten von Gartner bestätigen, dass offene Web-Content-Management-Systeme wie Typo 3 kommerziellen Systemen oft überlegen sind. Die Software bietet wichtige Funktionen wie den XML- und Oracle-Datenbank-Austausch; 500 Consultants haben sich in Deutschland bereits dem Typo3-Support verschrieben, berichtet die Website der Typo3-Entwicklergermeinde.

Auch bei Datenbanken rollt der Zug längst mit voller Geschwindigkeit: Das offene System MySQL ist quasi schon Standard bei datenbankgesteuerten Online-Projekten. Nun etabliert sich das System verstärkt bei großen Firmen. Rüdiger Spies, Independent Vice President of Enterprise Applications bei IDC erklärt: »Gerade SAP-Kunden verwenden zunehmend MySQL im Backend.« Die Firma My-SQL AB aus Schweden, deren Gründer hinter der führenden freien Datenbank stecken, bietet mittlerweile Enterprise-Versionen ihrer Datenbank für große Unternehmen an ? und wildert damit ungeniert in den Gefilden von Oracle und Microsoft.

Profi-Software für Kleine

Der Open-Source-Feldzug hat mit ERP, CRM und Business Intelligence mittlerweile auch die obersten Gefilde erreicht. Derartige Software war bislang großen Unternehmen mit noch größeren Geldbörsen vorbehalten.

Ein Beispiel: Beim Management von Unternehmens-Informationen (Enterprise Content Management, ECM) prescht das System »Alfresco« voran. Es bietet kostenfrei bereits die wichtigsten Funktionen der teuren geschlossenen Systeme. Anbieter in Deutschland ist DMC. Das Geschäftsmodell der Firma ist dem von Red Hat ähnlich: Der Anbieter verdient hier nicht an der Software, sondern an Support und Anpassungen.

Selbst Business Intelligence (kurz BI), bislang recht teuer und lediglich für große Unternehmen erschwinglich, ist nun in einer offenen Variante zu haben. Was einst als Statistik-Tool des rumänischen Programmierers Teodor Danciu begann, hat sich mit Hilfe amerikanischer Investoren und Programmierer in vielen Ländern zu einer vollwertigen BI-Software in mehreren Sprachen gemausert. Die Programme von Jaspersoft sammeln Daten aus verschiedenen Quellen (Data Warehousing), werten diese aus und generieren daraus Empfehlungen für die Unternehmer.

Auch für Windows

Beispiele für offene Software, die unter Windows arbeitet, sind Open Office, das CRM-System SugarCRM oder das Lifecycle-Management-Tool Aras. Das Unternehmen geht sogar einen Schritt weiter und stützt sich auf die Microsoft-Shared-Source-Initiative ? über die GNU Public Licence herrsche zuviel Konfusion. Für offen im Sinne von Open Source hält Firmengründer Peter Schroer sein Produkt trotzdem.

Dass das Betriebssystem nicht mehr so wichtig ist, zeigen auch offene Alternativen zu Microsofts Exchange Server. So bietet beispielsweise die Firma Open-Xchange eine Lösung, die den Datenaustausch im Sinne von Microsofts Server bietet. Einfache Erweiterungen gewähren nahezu jedem Endgerät mit beliebigem Betriebssystem Zugriff auf Mails, Termine, Kontakte, gemeinsame Dokumente und Projektverwaltungen. Laut Open XChange lässt sich das Programm in jede IT-Umgebung einbetten. Kosten fallen nur für den Service an.

Der Support und die Rechtssicherheit waren bislang immer Stärken der kommerziellen Software. Aber auch hier hat das Lager der freien Software offenbar dazugelernt. Den Service gibt es oft im Abonnement, und auch Rechtsberatung speziell zur Sicherheit von Open-Source-Installationen können Kunden bekommen.

Bild: "Das offene Web-Content-Management-System Typo3 ist komerziellen Systemen sogar oft überlegen", behauptet Gartner.



Kapitel:
Kosteneinsparungen mit Open-Source

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